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Schweizer Armee – Die Reform ist unumgänglich

Die Schweizer Armee ist ein wichtiges Sicherheitsorgan in unserem Rechtsstaat. Umso erschreckender ist es zu sehen, wie die Armee im Kalten Krieg stecken geblieben ist. Trotz veränderter Sicherheitslage versteht sie sich noch immer als Abwehrkraft in einem Länderkrieg. Es ist höchste Zeit die Armee zu reformieren und eine Armee des 21. Jahrhunderts zu schaffen.

 

Modernisieren und Professionalisieren

Die Sicherheitslage hat sich in den letzten 30 Jahren massiv verändert. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges verschoben sich die Bedrohungslagen von Angriffskriegen, hin zu Terrorismus und Cyberattacken. Unser Militär konnte sich allerdings nie von der Bedrohung durch den Russen lösen und ist deshalb für die heutige Zeit falsch ausgerüstet und ausgebildet. 

 

Die Mannstärke der Armee muss von 100'000 auf 80'000 Soldatinnen und Soldaten reduziert werden. Für die Aufgaben, die die Armee wahrnehmen muss, sind das genügend viele. Dafür müssen die Armeeangehörigen aber stark professionalisiert und spezialisiert werden. Die Anzahl der Berufssoldaten soll deutlich erhöht werden. Damit schafft man eine kleine, aber äusserst professionelle und schlagkräftige Armee. Die bewaffneten Truppen haben so die Möglichkeit sich ausgiebig auf ihre Aufgaben vorbereiten zu können, anstatt nur immer für kurze Zeit die Dienstzeit abzusitzen. Dieses ausgewogene System von Professionellen und Freiwilligen hat sich bereits bei der Feuerwehr hervorragend bewährt, nun gilt es dies in die Armee zu integrieren.

 

Auch die Ausbildungsinfrastruktur der Armee muss ausgebaut. So können heute beispielsweise ein Bruchteil der Rekruten und Soldaten in tatsächlich dafür ausgelegten Anlagen den Häuserkampf üben. Die Vorgesetzten müssen sich dabei oft mit Absperrband arrangieren. Unter solchen Zuständen kann man sich nicht genügend auf einen Einsatz vorbereiten. Wir brauchen den Anspruch gut ausgebildete Soldatinnen und Soldaten zu haben und nicht nur mittelmässig vorbereitete.

 

Konzentrieren auf Kernaufgaben

Die Armee muss sich auf vier Kernaufgaben konzentrieren.

  • Verteidigung des Luftraumes
  • Effektive Terrorabwehr
  • Sicherung von Grossanlässen, wichtigen Gebäuden ect. und Unterstützung der Polizei in Sicherungsaufgaben
  • Verteidigung gegen Cyberattacken

Um diese Aufgaben sicherstellen zu können, muss die Armee mobiler werden. Die grossen und schweren Schützenpanzer, wie beispielsweise der Leopard, werden den modernen Anforderungen nicht gerecht. Solche Fahrzeuge müssen deshalb nach und nach ausgemustert werden. 

 

Glücklicherweise wurden in der Armee erste Stellen zur Cyberabwehr geschaffen. Der Personalbestand ist allerdings lächerlich klein. Diese Abteilung muss massiv aufgestockt und besser finanziert werden. Cyberattacken sind eine grosse und höchst aktuelle Gefahr für unsere Sicherheit, sowie die Schweizer Volkswirtschaft. Heute ist die Schweiz immer noch so gut wie wehrlos gegen Attacken. Meist bleiben Angriffe unbemerkt, bis unsere Partner in den USA uns darauf hinweisen. Diese Abhängig- und Wehrlosigkeit muss aufhören!

 

Die Armee leistet heute im Falle einer Naturkatastrophe hervorragende Arbeit. Aufräumen nach Überschwemmungen und Aufrechterhaltung der Kommunikation sollte aber nicht Aufgabe des Militärs, sondern eines separaten Katastrophenschutzes sein. Diese Truppen sollen also ausgeklammert werden und in eine eigene Organisation überführt oder in den Zivilschutz integriert werden. Dieser Katastrophenschutz darf nicht mehr, wie der Zivilschutz heute, stiefmütterlich behandelt werden, sondern muss gut finanziert, ausgerüstet und ausgebildet sein.

 

Effektive Luftwaffe

Als unabhängiges Land müssen wir unseren Luftraum verteidigen können. Unsere Flotte von Kampfjets kommt langsam aber sicher in die Jahre und muss unbestritten ersetzt werden. Dafür müssen wir 30 neue Kampfjets anschaffen. Wichtig dabei ist aber, dass auch diese unseren Bedürfnissen angepasst sind. Wir brauchen keine übertechnologiesierten und schweren Kampfjets, sondern kleine und wendige. Dadurch müssen die bisherigen F/A 18 Kampfjets nicht für Luftpolizeiliche Aufgaben eingesetzt werden und können länger im betrieb bleiben.

 

Fazit

Die Armee ist strategisch und ausrüstungstechnisch in einem anderen Jahrhundert steckengeblieben. Sie soll sich auf wenige Kernaufgaben fokussieren, diese dafür professionell wahrnehmen. Es braucht ein grundlegendes Umdenken in der Sicherheitspolitik. Wir müssen uns den heutigen Gefahren stellen und angemessen darauf reagieren. Eine solche Reform ist äusserst aufwändig, aber unumgänglich. Wollen wir uns tatsächlich gegen die Risiken des 21. Jahrhunderts schützen, brauchen wir eine entsprechende Armee. So wie heute kann es nicht weitergehen!