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Gleiche Rechte für alle!

Was für ein Zeichen! Am Wochenende vom 14.-16. Juni demonstrierten hunderttausende am Frauenstreik und der Pride Demo für gleiche Rechte für alle. Noch immer werden in der Schweiz Menschen systematisch benachteiligt und diskriminiert. Die Schweiz schneidet in allen Internationalen Vergleichen in  Gleichstellungsfragen miserabel ab. Als modernes Land, dass sich die Gleichstellung in die Verfassung geschrieben hat, ist das ein Armutszeugnis. Gleiche Rechte für alle ist kein linkes Hirngespinst, sondern ein Menschenrecht. Die vielen Demonstrierenden sind ein klares Signal an die Politik. Es muss jetzt gehandelt werden. Leider ist es zu spät als Vorreiter vorzumarschieren. Aber um unseren Nachbarn zu folgen ist es höchste Zeit.

 

Unsere Gesetze verbietet es Homosexuellen heute noch immer zu heiraten, sie haben keinen Zugang zur Fortpflanzungsmedizin und die Volladoption wird ihnen immer noch verwehrt. Eine solche Diskriminierung im Recht ist unhaltbar. Ungleichbehandlungen in Gesetzen sind nicht zwingend diskriminierend, sofern sie auf sinnvollen Kriterien beruhen. So kann man beispielsweise Kinder rechtlich nicht wie erwachsene behandeln, weil sie sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden und auf gesetzlichen Schutz angewiesen sind. Beim Adoptions- oder dem Eherecht gibt es aber dieses nachvollziehbare Kriterium nicht. Der Ausschluss von Homosexuellen beruht allein auf der sexuellen Orientierung. Die Kompetenz für ein Kind sorgen zu können ist nicht ausschlaggebend, sondern lediglich welches Geschlecht die Liebe des Lebens hat. Ob Kinder bei zwei Männern, zwei Frauen oder einer Frau und einem Mann aufwachsen hat nachweislich keinen Einfluss auf deren Entwicklung. Viel wichtiger ist dabei die Persönlichkeit der Eltern. Hören wir also endlich auf Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren.

 

Im Vorfeld des Frauenstreiks habe ich von vielen Männern gehört, die nicht nachvollziehen können, weshalb man sich als Frau benachteiligt fühlen kann. Zwar ist Gleichstellung für viele eine theoretische Selbstverständlichkeit. Die Realität sieht aber anders aus. Frauen werden in der Wirtschaft systematisch diskriminiert. Das aktuelle Modell der Arbeitszeiten ist auf einen vollverdienenden familienernährenden Mann und eine zusatzverdienende Frau ausgelegt. Dieses familiäre Modell schneidet Finanziell besser ab, als ein Teilzeit arbeitendes Paar. Zwar möchten viele junge Eltern sich die Familienarbeit gerecht aufteilen, können dies aber aufgrund ihrer Anstellungsverhältnisse nicht tun. Den kürzeren zieht dabei meistens die Frau. Deshalb erhalten Frauen auch durchschnittlich 37% weniger Rente. Es kann nicht sein, dass im 21. Jahrhundert das grösste Risiko für Altersarmut das Geschlecht ist.

Auch werden Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung konfrontiert. Die Mehrheit der Frauen wurde sexuell Belästigt oder erlebte gar sexuelle Gewalt. Von der Politik und der Gesellschaft werden sie damit alleine gelassen. Das ist untragbar. Besonders ausgeprägt ist dieses Problem am Arbeitsplatz. Neben unangebrachten Sprüchen oder Berührungen wird auch die geleistete Arbeit abgewertet.

 

Es ist unfassbar, dass heute noch immer Menschen allein aufgrund ihres Geschlechts oder der sexuellen Orientierung strukturell diskriminiert und benachteiligt werden. Dieser Missstand muss sich ändern und zwar sofort! Es gilt kompromisslos gleiche Rechte für alle zu schaffen!