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Schwerkranke Kinder und Familien entlasten — Erstes Schweizer Kinderhospiz schaffen

Während 6 Monaten durfte ich im Stadtspital Waid auf der Akkutgeriatrie und der Palliativmedizin arbeiten und mich intensiv mit schwerkranken Menschen beschäftigen. Ich habe miterlebt welche unglaublich wichtige Arbeit die zuständigen Ärztinnen und Ärzte, aber auch insbesondere das Pflegepersonal, Tag für Tag leisten. In der Palliativmedizin ermöglicht man den unheilbar kranken Patientinnen und Patienten, sowie ihren Familien, einen guten Umgang mit ihrer Krankheit und schlussendlich einen würdevollen Tod. Unheilbar kranke Menschen brauchen eine auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Gesundheitsversorgung und geschultes Personal, dass auf sie eingehen kann. Glücklicherweise haben wir für Erwachsene ein breites Angebot an Palliativbetreuung.

Mit Schrecken musste ich aber feststellen, dass es eine solche Versorgung für Kinder in der Schweiz nicht gibt. Schweizweit gibt es kein einziges Kinderhospiz, wo unheilbar kranke Kinder und deren Familien palliativ betreut und begleitet werden. Aktuell übernehmen diese Arbeit die Spitex, Spitäler oder Kinderärzte. Obwohl deren Personal unglaubliche Arbeit leistet, stehen sie unter starkem Zeitdruck. Aufgrund dieses Zeitdrucks ist es trotz des grossen Einsatz der Pflegenden nicht möglich auf alle Bedürfnisse der schwerkranken Kinder einzugehen. Ein weiteres

Problem stellt die ungenügende Möglichkeit der Leistungsverrechnung palliativer Betreuung dar. Es ist den verschiedenen medizinischen Institutionen schlicht nicht möglich eine solch spezialisierte Abteilung aufzubauen. Auch die Infrastruktur in den Spitälern ist ungenügend auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Diese Mängel führen zu einer unzureichenden Situation, in der die betroffenen Kinder und deren Familien allein gelassen werden, anstatt, dass auf ihre Ängste und Bedürfnisse eingegangen wird. So werden die Betroffenen Isoliert. Die aktuelle Situation ist ungenügend und verhindert die Pflege, die die Kinder verdienen.

Laut der aktuellen PELICAN-Studie leben in der Schweiz rund 5000 Kinder, die palliativer Pflege bedürfen. Diese Kinder und ihre Angehörigen lassen wir in ihrer schwierigen Situation im Stich.

 

Die momentane Gegebenheit ist nicht länger hinnehmbar. Aus diesem Grund habe ich eine Einzelinitiative ausgearbeitet, die den Kanton Zürich auffordert ein Kinderhospiz aufzubauen, dass die palliative Pflege von Kindern abdeckt. Mit dem universitären Kinderspital und der dazugehörigen einzigen Kinderrehabilitationsklinik der Schweiz, hat der Kanton Zürich ideale Voraussetzungen und das benötigte Know-how um das dringend benötigte Kinderhospiz aufzubauen.

Es wird Zeit, dass wir unsere schwerkranken Kinder und ihre Familien nicht länger mit ihren Ängsten allein lassen und ihnen endlich die Versorgung bieten, die sie verdienen.

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Einzelinitiative Kinderhospiz Zürich
Einzelinitiative für die Schaffung des ersten Schweizer Kinderhospiz.
Eingereicht von Nick Glättli am 17.03.2020
EI Kinderhospiz.pdf
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